
Pflegefachkraft werden: Ausbildung, Umschulung, Quereinstieg und Weiterbildung
Pflegefachkraft werden: Ausbildung, Umschulung, Quereinstieg und Weiterbildung
Kaum ein Beruf wird in Südbaden so häufig gesucht wie die Pflegefachkraft, und das gilt für Kliniken ebenso wie für Pflegeheime und ambulante Dienste, weshalb sich der Weg in die Pflege für Schulabgängerinnen und Schulabgänger genauso lohnen kann wie für Erwachsene, die sich beruflich neu orientieren möchten. Seit der Reform von 2020 gibt es eine gemeinsame Ausbildung für Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege, und mit der neuen bundesweiten Pflegefachassistenz kommt ab 2027 ein weiterer Einstieg hinzu.
Dieser Überblick erklärt, wie die Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann aufgebaut ist, was Auszubildende verdienen, wie Umschulung und Quereinstieg funktionieren und welche Weiterbildungen nach dem Abschluss besonders gefragt sind, von der Praxisanleitung bis zur Pflegedienstleitung.
Die generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft
Seit 2020 werden Pflegefachkräfte nach dem Pflegeberufegesetz generalistisch ausgebildet, das heißt, alle Auszubildenden lernen die Pflege von Menschen aller Altersstufen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Diensten kennen und schließen mit der Berufsbezeichnung Pflegefachfrau oder Pflegefachmann ab, die europaweit anerkannt ist. Die Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre und in Teilzeit höchstens fünf Jahre, wobei der theoretische Unterricht an einer Pflegeschule und die praktischen Einsätze bei einem Ausbildungsbetrieb und weiteren Einrichtungen stattfinden.
Der Unterricht an der Pflegeschule umfasst mindestens 2.100 Stunden und die praktische Ausbildung mindestens 2.500 Stunden, in denen die Auszubildenden lernen, den Pflegebedarf von Menschen einzuschätzen, die Pflege zu planen und durchzuführen, ärztliche Anordnungen umzusetzen, Angehörige zu beraten und die eigene Arbeit zu dokumentieren. Bestimmte Aufgaben wie die Erhebung des individuellen Pflegebedarfs und die Organisation des Pflegeprozesses sind nach dem Gesetz ausdrücklich Pflegefachkräften vorbehalten, was die Verantwortung und die Bedeutung des Berufs unterstreicht.
Den Ausbildungsvertrag schließen Bewerberinnen und Bewerber mit dem sogenannten Träger der praktischen Ausbildung, also mit einer Klinik, einem Pflegeheim oder einem ambulanten Dienst, der auch die Ausbildungsvergütung zahlt, während für die Ausbildung selbst kein Schulgeld anfällt. Vorausgesetzt wird nach dem Pflegeberufegesetz ein mittlerer Schulabschluss, eine andere zehnjährige allgemeine Schulbildung oder ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung oder einer mindestens einjährigen Ausbildung in der Pflegehilfe oder Pflegeassistenz.
Ausbildungsvergütung in der Pflege
Die Pflegeausbildung gehört zu den am besten bezahlten Ausbildungen in Deutschland, denn nach dem Tarifvertrag für Auszubildende im öffentlichen Dienst erhalten angehende Pflegefachkräfte seit Mai 2026 monatlich 1.490,69 Euro im ersten, 1.552,07 Euro im zweiten und 1.653,38 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Kirchliche und private Träger zahlen nach eigenen Tarifen oder Arbeitsvertragsrichtlinien, die sich häufig in einer ähnlichen Größenordnung bewegen, sodass ein Vergleich der Angebote vor der Vertragsunterzeichnung sinnvoll ist.
Umschulung zur Pflegefachkraft
Erwachsene können die Ausbildung zur Pflegefachkraft auch als Umschulung absolvieren, wobei diese anders als bei vielen anderen Berufen nicht automatisch auf zwei Jahre verkürzt wird, sondern in der Regel die vollen drei Jahre dauert. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter können die Umschulung mit einem Bildungsgutschein fördern, und weil die Ausbildung über einen Ausbildungsvertrag mit einem Träger der praktischen Ausbildung läuft, erhalten auch Umschülerinnen und Umschüler eine Ausbildungsvergütung.
Wer bereits eine Pflegehelfer- oder Assistenzausbildung abgeschlossen hat, kann die Ausbildung zur Pflegefachkraft unter bestimmten Voraussetzungen verkürzen, und auch eine Ausbildung in Teilzeit über bis zu fünf Jahre ist möglich, was besonders für Menschen mit Familie interessant ist.
Einstieg über Pflegehilfe und die neue Pflegefachassistenz
Wer zunächst ohne lange Ausbildung in der Pflege arbeiten möchte, kann als Pflegehilfskraft, als Betreuungskraft in Pflegeeinrichtungen oder als Alltagsbegleiterin einsteigen, wofür kürzere Qualifizierungen angeboten werden. Ab dem 1. Januar 2027 ersetzt zudem eine bundeseinheitliche Ausbildung zur Pflegefachassistenz die bisher 27 unterschiedlichen Pflegehilfe- und Assistenzausbildungen der Länder, die in Vollzeit 18 Monate und in Teilzeit bis zu 36 Monate dauert und grundsätzlich einen Hauptschulabschluss voraussetzt.
Die neue Pflegefachassistenzausbildung ist generalistisch angelegt, wird verpflichtend vergütet und lässt sich auf eine spätere Ausbildung zur Pflegefachkraft anrechnen, sodass ein schrittweiser Aufstieg von der Assistenz bis zur Fachkraft und anschließend bis zum Pflegestudium möglich wird.
Weiterbildung in der Pflege nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung stehen Pflegefachkräften zahlreiche Weiterbildungen offen, die zu mehr Verantwortung und meist auch zu einem höheren Gehalt führen. Besonders gefragt ist die Weiterbildung zur Praxisanleitung, mit der Pflegefachkräfte Auszubildende im Betrieb anleiten und die nach den Vorgaben der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung eine berufspädagogische Zusatzqualifikation von mindestens 300 Stunden umfasst.
Wer Leitungsaufgaben übernehmen möchte, kann sich zur Stationsleitung, zur Wohnbereichsleitung oder zur Pflegedienstleitung weiterbilden, und für die Beratung von pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen gibt es die Weiterbildung zur Pflegeberaterin oder zum Pflegeberater. Fachliche Spezialisierungen etwa im Wundmanagement, in der Intensivpflege, der Anästhesie, der Onkologie, der Psychiatrie oder der Gerontopsychiatrie runden das Angebot ab, und mit entsprechender Qualifikation ist auch ein berufsbegleitendes Studium der Pflegewissenschaft oder des Pflegemanagements möglich.
Pflege auf marktplatz arbeit südbaden
Auf marktplatz arbeit südbaden, der Messe für Karriere, Studium, Aus- und Weiterbildung, ist die Pflege der größte Schwerpunkt im Bildungsnavigator, denn 13 Stände bieten die Ausbildung zur Pflegefachkraft an, darunter Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Wohlfahrtsverbände und Pflegeschulen, und acht Stände die Ausbildung in der Altenpflegehilfe. Hinzu kommen Umschulungen in der Altenpflege sowie mehr als 20 Weiterbildungen von der Praxisanleitung über die Pflegedienstleitung und die verantwortliche Pflegefachkraft bis zum Wundexperten und zur Pflege in Intensivmedizin, Anästhesie, Onkologie und Psychiatrie.
Die Messe findet am Freitag, 13. November, von 14 bis 18 Uhr und am Samstag, 14. November, von 11 bis 16 Uhr in Halle 1 der Messe Freiburg statt, der Eintritt ist nach einer kostenlosen Registrierung frei, und wer über eine Umschulung nachdenkt, kann im Karriere-Service-Center der Messe einen kostenlosen Förder-Check zu möglichen finanziellen Hilfen nutzen.
