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Azubi Recrui­ting in Südba­den: So finden Betriebe 2026 noch Auszu­bil­dende

Der Ausbil­dungs­markt hat sich gedreht: Nicht die Jugend­li­chen bewer­ben sich bei den Betrie­ben – die Betriebe bewer­ben sich bei den Jugend­li­chen. Wer in Südba­den 2026 noch Auszu­bil­dende finden will, braucht mehr als eine Stellen­an­zeige in der Zeitung. Ein Überblick über die aktuelle Lage, die größten Hürden und Strate­gien, die wirklich funktio­nie­ren.

Die Zahlen: So steht es um den Ausbil­dungs­markt in Südba­den

Der Ausbil­dungs­markt in den Regio­nen Freiburg und Offen­burg ist stabil – aber angespannt. Zum 30. Septem­ber 2025 wurden laut IHK Südli­cher Oberrhein knapp 3.900 neue Ausbil­dungs­ver­träge geschlos­sen. Das ist ein Minus von gut vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.1

Das Grund­pro­blem: Es gibt deutlich mehr offene Ausbil­dungs­stel­len als Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber. In der Ortenau kommen rechne­risch nur 80 Bewer­bende auf 100 gemel­dete Ausbil­dungs­stel­len. Im Bezirk Freiburg sind es 94 Bewer­ber auf 100 Stellen.2 Ende Septem­ber 2025 waren allein im Offen­bur­ger Agentur­be­zirk noch 401 Ausbil­dungs­stel­len unbesetzt.2

Eine positive Entwick­lung gibt es im Handwerk: Die Handwerks­kam­mer Freiburg verzeich­nete 2.636 neue Ausbil­dungs­ver­träge – ein Plus von sieben Prozent und damit das stärkste Wachs­tum seit über 20 Jahren. Beson­ders stark legte die Ortenau zu (+9,6 Prozent), gefolgt von Freiburg Stadt (+8,8 Prozent) und dem Landkreis Breis­gau-Hochschwarz­wald (+7,9 Prozent).3

Der Blick auf ganz Deutsch­land: Ein struk­tu­rel­les Problem

Südba­den steht nicht allein da. Im gesam­ten Bundes­ge­biet blieben 2025 rund 54.400 Ausbil­dungs­stel­len unbesetzt.4 Laut dem IAB-Betriebspa­nel verharrt der Anteil unbesetz­ter Ausbil­dungs­stel­len bundes­weit bei rund 33 Prozent – nahe am histo­ri­schen Höchst­stand.5 Das bedeu­tet: Jede dritte angebo­tene Lehrstelle findet keinen passen­den Bewer­ber.

Warum Betriebe ihre Ausbil­dungs­plätze nicht beset­zen können

Die jährli­che Studie „Azubi-Recrui­ting Trends 2025” von u‑form Testsys­teme, an der über 7.000 Perso­nen teilnah­men, zeigt deutlich: Das Problem liegt nicht nur am Bewer­ber­man­gel. Viele Betriebe machen es sich selbst schwer.6

  • Keine Rückmel­dung: Sechs von zehn Bewer­bern erhal­ten nach ihrer Bewer­bung keiner­lei Rückmel­dung vom Betrieb. Der Kontakt bricht einfach ab.
  • Umständ­li­che Bewer­bungs­pro­zesse: Bei 38 Prozent der Betriebe funktio­niert die Bewer­bung nicht per Smart­phone – obwohl Jugend­li­che fast alles mobil erledi­gen.
  • Fehlende Anfor­de­rungs­pro­file: Knapp die Hälfte der Betriebe (49 Prozent) hat keine schrift­lich definier­ten Anfor­de­rungs­pro­file für ihre Azubis.
  • Regis­trie­rungs­pflicht: Nur 54 Prozent bieten einen Bewer­bungs­pro­zess ohne vorhe­rige Regis­trie­rung an.

Das Ergeb­nis: 38 Prozent der befrag­ten Betriebe konnten 2024 nicht alle Ausbil­dungs­stel­len beset­zen.6

Was die Genera­tion Z von einer Ausbil­dung erwar­tet

Wer junge Menschen für eine Ausbil­dung gewin­nen will, muss wissen, was ihnen wichtig ist. Aktuelle Befra­gun­gen zeigen ein klares Bild:7

  • 81 Prozent legen Wert auf gute Verdienst­mög­lich­kei­ten.
  • 74 Prozent wünschen sich eine gute Work-Life-Balance.
  • 71 Prozent wollen abwechs­lungs­rei­che Tätig­kei­ten.
  • 67 Prozent erwar­ten moderne Lehr- und Lernkon­zepte.

Dazu kommt: 47 Prozent der Genera­tion Z sehen die Unter­neh­mens­kul­tur als entschei­den­den Faktor bei der Arbeit­ge­ber­wahl. Sicher­heit, Orien­tie­rung und Vertrauen sind für junge Bewer­ber wichti­ger, als viele Betriebe anneh­men.8

Fünf Strate­gien, die beim Azubi Recrui­ting in Südba­den funktio­nie­ren

1. Schnell und persön­lich reagie­ren

Wer tagelang nicht auf Bewer­bun­gen antwor­tet, verliert Kandi­da­ten an die Konkur­renz. Gerade weil weniger Jugend­li­che mehrere Angebote erhal­ten – laut der u‑form-Studie nur noch 41,7 Prozent, der tiefste Wert seit 2014 – zählt die Geschwin­dig­keit der Rückmel­dung.6

2. Den Bewer­bungs­pro­zess verein­fa­chen

Mobile Bewer­bung, kein Regis­trie­rungs­zwang, möglichst wenige Hürden: Je einfa­cher der Weg zur Bewer­bung, desto mehr Bewer­bun­gen kommen an. Fast die Hälfte der Jugend­li­chen bricht ab, wenn zum Beispiel Dokumente nicht hochge­la­den werden können.9

3. Ausbil­dung zur Chefsa­che machen

Azubi Recrui­ting funktio­niert nicht neben­bei. Betriebe, die die Ausbil­dungs­platz­su­che strate­gisch angehen und alle Mitar­bei­ten­den einbin­den, haben nachweis­lich mehr Erfolg. Auch Empfeh­lun­gen durch eigene Mitar­bei­tende und Praktika sind beson­ders wirksame Wege, um passende Bewer­ber zu finden.9

4. Authen­tisch zeigen, wer man ist

Junge Menschen wollen wissen, wie der Arbeits­all­tag wirklich aussieht. Echte Einbli­cke – etwa durch aktuelle Azubis, die ihren Alltag schil­dern – wirken stärker als jede Hochglanz-Stellen­an­zeige. Employer Branding, also der Aufbau einer attrak­ti­ven Arbeit­ge­ber­marke, wird zum entschei­den­den Wettbe­werbs­vor­teil.9

5. Auf regio­na­len Messen präsent sein

Trotz aller Digita­li­sie­rung bleibt der persön­li­che Kontakt einer der wirksams­ten Recrui­ting-Kanäle. Auf regio­na­len Berufs­mes­sen können Betriebe sich direkt vorstel­len, Fragen beant­wor­ten und einen bleiben­den Eindruck hinter­las­sen. In Südba­den ist der markt­platz arbeit südba­den seit 2005 die zentrale Karrie­re­messe für die gesamte Region Freiburg, Emmen­din­gen, Breis­gau und Markgräf­ler­land. Mit über 400 Ausbil­dungs­be­ru­fen, Studi­en­gän­gen und Weiter­bil­dungs­an­ge­bo­ten bietet die Messe Betrie­ben die Chance, junge Talente persön­lich zu überzeu­gen. Der nächste Termin ist am 13. und 14. Novem­ber 2026 in der Messe Freiburg.

Fazit: Wer Azubis sucht, muss handeln – nicht warten

Der Ausbil­dungs­markt in Südba­den ist ein Bewer­ber­markt. Betriebe, die Auszu­bil­dende finden wollen, müssen aktiv auf junge Menschen zugehen, ihre Prozesse moder­ni­sie­ren und dort präsent sein, wo sich Jugend­li­che infor­mie­ren. Die Kombi­na­tion aus einem einfa­chen Bewer­bungs­pro­zess, authen­ti­scher Kommu­ni­ka­tion und persön­li­chem Kontakt auf regio­na­len Messen wie dem markt­platz arbeit südba­den ist der Schlüs­sel zum Erfolg beim Azubi Recrui­ting 2026.


Quellen

  1. IHK Südli­cher Oberrhein / Stadt­an­zei­ger Ortenau: „Ausbil­dungs­markt in Südba­den ist noch stabil”, Novem­ber 2025
  2. Agentur für Arbeit Freiburg / Schwarz­wäl­der Bote: „Ausbil­dung im Raum Freiburg”, 2025
  3. Handwerks­kam­mer Freiburg / Freibur­ger Wochen­be­richt: „Eine Ausbil­dung im Handwerk ist sehr gefragt”, 2025
  4. Bundes­agen­tur für Arbeit: Ausbil­dungs­markt­bi­lanz 2024/25
  5. IAB-Forum: IAB-Betriebspa­nel – Ausbil­dungs­markt
  6. u‑form Testsys­teme: Studie „Azubi-Recrui­ting Trends 2025”
  7. Deutsch­lands Markt­for­scher: „Ausbil­dungs­per­spek­ti­ven 2025”
  8. azubi.report 2025/26: „Die wichtigs­ten Zahlen & Trends zur Ausbil­dung”
  9. azubi-recruiting.de: „Wie Betriebe heute Azubis gewin­nen”