Collage zum Gesundheitsstudium mit Pflegestudentin, Hebamme und Physiotherapie

Gesundheit studieren: Pflege, Hebammenwissenschaft, Therapie und Management

Gesundheit studieren: Pflege, Hebammenwissenschaft, Therapie und Management


Immer mehr Gesundheitsberufe lassen sich inzwischen nicht nur über eine klassische Ausbildung, sondern auch über ein Studium an einer Hochschule erlernen, für den Beruf der Hebamme ist das Studium seit einigen Jahren sogar der einzige Weg. Für Schülerinnen und Schüler mit Abitur oder Fachhochschulreife eröffnet das neue Möglichkeiten, wirft aber auch Fragen auf, denn nicht jeder Studiengang mit Gesundheit im Namen führt tatsächlich in den Beruf, den man sich vorstellt.

Dieser Überblick erklärt, wie das Pflegestudium aufgebaut ist und seit wann es vergütet wird, warum Hebammen heute studieren müssen, wie es um Physiotherapie und Ergotherapie steht, was hinter Gesundheitsmanagement und dem Beruf des Physician Assistant steckt und worauf du bei der Wahl eines Studiengangs achten solltest.

Warum Gesundheitsberufe an die Hochschulen wandern

Die Versorgung von Patientinnen und Patienten wird anspruchsvoller, weil die Bevölkerung älter wird und neue Behandlungsmethoden fundiertes Fachwissen verlangen. Der Wissenschaftsrat, der Bund und Länder in Fragen der Hochschulen berät, hat deshalb bereits vor Jahren empfohlen, dass in der Pflege zehn bis zwanzig Prozent der Fachkräfte in der direkten Patientenversorgung akademisch qualifiziert sein sollten, und in mehreren Gesundheitsberufen wurden seither neue Studiengänge geschaffen, die zugleich zur Berufszulassung führen.

Pflege studieren mit Berufszulassung und Vergütung

Seit dem Pflegeberufegesetz von 2020 gibt es neben der dreijährigen Pflegeausbildung ein sogenanntes primärqualifizierendes Pflegestudium, das mindestens sechs Semester dauert und mit zwei Abschlüssen endet, nämlich mit einem Bachelorgrad und mit der staatlichen Berufszulassung als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Primärqualifizierend bedeutet dabei, dass das Studium selbst zur Ausübung des Pflegeberufs berechtigt und keine vorherige Ausbildung voraussetzt, wobei ein großer Teil der Studienzeit in praktischen Einsätzen in Kliniken, Pflegeheimen und ambulanten Diensten verbracht wird.

Der größte Nachteil gegenüber der Ausbildung, die fehlende Bezahlung, ist mit dem Pflegestudiumstärkungsgesetz weggefallen, denn seit 2024 erhalten Studierende im primärqualifizierenden Pflegestudium für die gesamte Dauer ihres Studiums eine Vergütung von der Einrichtung, mit der sie einen Vertrag über die praktische Ausbildung schließen. Davon zu unterscheiden sind Studiengänge der Pflegewissenschaft und des Pflegemanagements, die nicht zur Berufszulassung führen, sondern in der Regel auf einer abgeschlossenen Pflegeausbildung aufbauen und auf Aufgaben in Leitung, Lehre oder Forschung vorbereiten, weshalb du bei jedem Angebot genau prüfen solltest, ob es ausdrücklich als primärqualifizierend ausgewiesen ist.

Hebamme werden führt heute über ein duales Studium

Mit dem Hebammengesetz von 2020 wurde die frühere Ausbildung an Hebammenschulen durch ein duales Bachelorstudium ersetzt, sodass der Beruf heute nur noch über ein Hochschulstudium erlernt werden kann, das je nach Hochschule sechs bis acht Semester dauert und mit dem Bachelor of Science und der Berufszulassung als Hebamme endet. Theorie an der Hochschule und Praxis in einer Klinik und weiteren Praxiseinrichtungen wechseln sich dabei ab, und der praktische Teil umfasst nach dem Gesetz mindestens 2.100 Stunden.

Für das Studium schließen die Studierenden einen Vertrag mit einer sogenannten verantwortlichen Praxiseinrichtung, meist einer Klinik mit Geburtshilfe, die während des gesamten Studiums eine Vergütung zahlt, weshalb sich Interessierte in der Regel sowohl bei der Hochschule als auch bei einer kooperierenden Klinik bewerben müssen. Weil es den Beruf nicht mehr als klassische Ausbildung gibt, suchen viele Erwachsene, die umsteigen möchten, nach einer Umschulung zur Hebamme, doch auch für sie führt der Weg über das Studium, weshalb die Zugangsvoraussetzungen der jeweiligen Hochschule über den Einstieg entscheiden.

Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie

In der Physiotherapie, der Ergotherapie und der Logopädie führt der Weg in den Beruf bisher überwiegend über eine dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule, an deren Ende eine staatliche Prüfung steht. Daneben bieten Hochschulen Bachelorstudiengänge an, die entweder auf einer Ausbildung aufbauen, mit ihr kombiniert werden oder in Modellstudiengängen direkt zur Berufszulassung führen, sodass sich die akademische Qualifikation schon heute mit dem Beruf verbinden lässt.

Das Bundesgesundheitsministerium bereitet eine Reform der Berufsgesetze für diese Therapieberufe vor, wobei für die Physiotherapie bislang ein Nebeneinander von schulischer und hochschulischer Ausbildung vorgesehen ist und keine vollständige Verlagerung an die Hochschulen. Beschlossen ist diese Reform bisher nicht, weshalb derzeit weiterhin das bestehende Berufsrecht mit der Ausbildung an Berufsfachschulen als Regelweg gilt.

Gesundheitsmanagement und Management im Gesundheitswesen

Wer sich für Organisation, Finanzen und Personalführung in Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder Krankenkassen interessiert, findet in Studiengängen des Gesundheitsmanagements einen passenden Weg, die betriebswirtschaftliches Wissen mit den Besonderheiten des Gesundheitswesens verbinden. Solche Studiengänge werden sowohl als duales BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Gesundheitsmanagement als auch als Vollzeit- oder Fernstudium angeboten und eignen sich besonders für Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten möchten, ohne selbst am Krankenbett zu stehen.

Physician Assistant als neuer Beruf an der Seite von Ärzten

Ein vergleichsweise junger Beruf ist der Physician Assistant, auf Deutsch auch Arztassistenz genannt, der in einem mindestens sechssemestrigen Bachelorstudium erlernt wird und Ärztinnen und Ärzte entlastet, indem er unter ärztlicher Anleitung und Verantwortung delegierte ärztliche Tätigkeiten übernimmt, etwa medizinisch-technische Aufgaben oder die Dokumentation. Viele Hochschulen setzen für dieses Studium eine abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsfachberuf voraus, einige bieten es aber auch direkt nach dem Abitur an, sodass es sowohl für Berufserfahrene als auch für Schulabgängerinnen und Schulabgänger in Frage kommen kann.

Erst Ausbildung, dann Studium?

Wer sich noch nicht sicher ist, ob ein Studium das Richtige ist, kann auch mit einer Ausbildung in Pflege, Therapie oder einem medizinischen Assistenzberuf beginnen und später berufsbegleitend oder im Fernstudium einen Bachelor in Pflegewissenschaft, Pflegemanagement oder Gesundheitsmanagement anschließen. Dieser Weg verbindet ein frühes eigenes Einkommen mit der Möglichkeit, sich nach einigen Berufsjahren gezielt für Leitungs-, Lehr- oder Spezialaufgaben im Gesundheitswesen zu qualifizieren.

Gesundheitsstudiengänge auf marktplatz arbeit südbaden

Auf marktplatz arbeit südbaden, der Messe für Karriere, Studium, Aus- und Weiterbildung, stellen zehn Stände Studiengänge im Gesundheitswesen vor, darunter das Studium der Hebammenwissenschaft an vier Ständen, Studiengänge der Pflegewissenschaft und der angewandten Pflegewissenschaft an fünf Ständen, ein Bachelorstudium der Physiotherapie, Studiengänge im Gesundheitsmanagement und im Management im Gesundheitswesen sowie die interprofessionelle Gesundheitsversorgung und der Physician Assistant. Wer zunächst eine Ausbildung bevorzugt, findet allein für den Beruf der Pflegefachkraft 13 Stände mit Ausbildungsangeboten, dazu zahlreiche weitere Gesundheitsberufe von der Medizinischen Fachangestellten bis zur Operationstechnischen Assistenz.

Die Messe findet am Freitag, 13. November, von 14 bis 18 Uhr und am Samstag, 14. November, von 11 bis 16 Uhr in Halle 1 der Messe Freiburg statt, der Eintritt ist nach einer kostenlosen Registrierung frei, und mit dem Besuchsplaner auf marktplatzarbeit.com kannst du dir vorab einen Rundgang zu allen Kliniken, Pflegeschulen und Hochschulen mit Gesundheitsstudiengängen zusammenstellen.