
Elektroniker-Ausbildung: Welche Fachrichtung passt zu Ihnen?
Elektroniker-Ausbildung: Welche Fachrichtung passt zu Ihnen?
Kaum ein technischer Ausbildungsberuf wird im Internet so häufig gesucht wie die Ausbildung zur Elektronikerin oder zum Elektroniker, und viele Suchende tippen dabei noch die alte Berufsbezeichnung Elektriker ein, die es als Ausbildungsberuf schon seit Jahren nicht mehr gibt. Wer sich näher mit dem Beruf beschäftigt, stellt schnell fest, dass sich hinter dem Begriff Elektroniker eine ganze Reihe von Ausbildungen verbirgt, die sich nach Fachrichtung, Arbeitsumfeld und Ausbildungsbereich deutlich voneinander unterscheiden.
Dieser Überblick erklärt, welche Fachrichtungen es in Handwerk und Industrie gibt, was Elektronikerinnen und Elektroniker in ihnen jeweils tun, welche Voraussetzungen Betriebe erwarten, was Auszubildende verdienen und welche Weiterbildungen nach der Ausbildung möglich sind, damit Sie vor Ihrer Bewerbung für eine Ausbildung 2027 die passende Richtung finden.
Ein Beruf mit vielen Fachrichtungen in Handwerk und Industrie
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Elektronikerberufen im Handwerk, deren Prüfungen von den Handwerkskammern abgenommen werden, und Elektronikerberufen in der Industrie, für die die Industrie- und Handelskammern zuständig sind. Im Handwerk wird der Beruf Elektronikerin und Elektroniker in den Fachrichtungen Energie- und Gebäudetechnik sowie Automatisierungs- und Systemtechnik ausgebildet, während es in der Industrie eigenständige Berufe wie Elektroniker für Betriebstechnik, für Automatisierungstechnik oder für Geräte und Systeme gibt.
Gemeinsam ist allen diesen Ausbildungen, dass sie regulär dreieinhalb Jahre dauern und dual organisiert sind, also im Wechsel zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule stattfinden, wobei die verschiedenen Elektroberufe im ersten Ausbildungsjahr an den Berufsschulen teilweise gemeinsam unterrichtet werden können. Die Entscheidung für eine Fachrichtung fällt deshalb weniger in der Schule als bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs, denn ein Handwerksbetrieb aus der Gebäudetechnik bildet in anderen Bereichen aus als ein Industrieunternehmen mit eigener Produktion.
Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, der frühere Elektriker
Die Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik ist der häufigste Elektronikerberuf und entspricht dem, was früher als Elektrikerin oder Elektriker bezeichnet wurde, weshalb Suchanfragen nach einer Ausbildung als Elektriker heute in aller Regel hier landen. Elektronikerinnen und Elektroniker dieser Fachrichtung planen und installieren die elektrische Versorgung von Gebäuden, schließen Geräte an, verlegen Datennetze und programmieren die Steuerung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen.
Nach der Beschreibung der Bundesagentur für Arbeit gehören inzwischen auch die Installation von Gebäudeautomation, Smart-Home-Systemen und intelligenten Stromzählern zu den Aufgaben, sodass der Beruf eng mit der Modernisierung von Wohnhäusern, Büros und öffentlichen Gebäuden verbunden ist. Wer gerne auf wechselnden Baustellen und bei Kundinnen und Kunden arbeitet und sichtbare Ergebnisse schätzt, findet in dieser Fachrichtung ein abwechslungsreiches Arbeitsfeld.
Elektroniker für Betriebstechnik in der Industrie
Elektronikerinnen und Elektroniker für Betriebstechnik installieren, warten und reparieren die elektrischen Anlagen von Industriebetrieben, von Schalt- und Steueranlagen über die Energieversorgung eines Werks bis zur Beleuchtungs- und Kommunikationstechnik. Sie sorgen dafür, dass Produktionsanlagen zuverlässig laufen, suchen und beheben Störungen und sind häufig fest in einem Unternehmen beschäftigt, statt wie im Handwerk bei wechselnden Kundinnen und Kunden zu arbeiten.
In der Region ist diese Fachrichtung besonders gefragt, denn im Bildungsnavigator von marktplatz arbeit südbaden bieten acht Messestände eine Ausbildung zur Elektronikerin oder zum Elektroniker für Betriebstechnik an, und zwar in so unterschiedlichen Branchen wie der Pharma- und Chemieindustrie, dem Anlagenbau, der Energieversorgung, dem Gesundheitswesen, dem öffentlichen Dienst und der Freizeitwirtschaft.
Automatisierungstechnik sowie Geräte und Systeme
Wer sich für Steuerungen, Sensoren und Programmierung begeistert, ist in der Automatisierungstechnik gut aufgehoben, die es in der Industrie als eigenen Beruf und im Handwerk als Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik gibt. Elektronikerinnen und Elektroniker für Automatisierungstechnik analysieren Prozessabläufe, montieren und programmieren Steuerungen, Bussysteme und Netzwerke und verbinden die einzelnen Komponenten zu automatisierten Anlagen, die sie anschließend an die Nutzerinnen und Nutzer übergeben.
Elektronikerinnen und Elektroniker für Geräte und Systeme arbeiten dagegen an elektronischen Geräten selbst, etwa an Mess- und Kontrollsystemen, an feinmechanischen Geräten oder an medizinischer Technik, und begleiten deren Fertigung, Prüfung und Instandhaltung. Diese Fachrichtung eignet sich besonders für Menschen, die genau und konzentriert arbeiten und sich für den inneren Aufbau von Technik interessieren.
Kürzere und angrenzende Wege in die Elektrotechnik
Wer schneller in den Beruf einsteigen möchte, kann sich für die Ausbildung zur Industrieelektrikerin oder zum Industrieelektriker entscheiden, die nur zwei Jahre dauert und einen deutlich schnelleren Einstieg in die industrielle Elektrotechnik ermöglicht. Für alle, die Elektrotechnik und Informationstechnik verbinden möchten, kommen außerdem die dreijährige Ausbildung zur IT-System-Elektronikerin oder zum IT-System-Elektroniker in der Industrie und der Beruf Informationselektronikerin oder Informationselektroniker im Handwerk in Frage.
Voraussetzungen und Ablauf der Ausbildung
Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Gesetz für keine der Elektronikerausbildungen vor, doch viele Industrieunternehmen bevorzugen nach Angaben der Industrie- und Handelskammern Bewerberinnen und Bewerber mit mindestens mittlerem Schulabschluss, während manche Betriebe auch Jugendliche mit gutem Hauptschulabschluss ausbilden. Wichtiger als der Abschluss selbst sind gute Kenntnisse in Mathematik und Physik, technisches Verständnis, logisches Denken und eine sorgfältige Arbeitsweise, weil im Umgang mit Strom jeder Handgriff sitzen muss.
Die Ausbildung kann bei guten Leistungen verkürzt werden, und in den industriellen Elektronikerberufen ist die Abschlussprüfung gestreckt, das heißt, ein erster Teil findet bereits zur Mitte der Ausbildung statt und zählt für das Gesamtergebnis, während der zweite Teil am Ende folgt. In der Industrie legt der Ausbildungsbetrieb zudem häufig einen Einsatzschwerpunkt fest, in dem die Auszubildenden ihre praktischen Fähigkeiten besonders vertiefen.
Ausbildungsvergütung für Elektroniker
Die Ausbildungsvergütung unterscheidet sich vor allem zwischen Industrie und Handwerk, wie die jährliche Auswertung der tariflichen Vergütungen durch das Bundesinstitut für Berufsbildung zeigt, also der Beträge, die in Tarifverträgen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften festgelegt sind. Zum Stand Oktober 2025 erhielten angehende Elektronikerinnen und Elektroniker für Betriebstechnik im Bundesdurchschnitt 1.227 Euro im ersten, 1.310 Euro im zweiten, 1.401 Euro im dritten und 1.498 Euro im vierten Ausbildungsjahr, und in der Automatisierungstechnik sowie bei Geräten und Systemen lagen die Werte in einer ähnlichen Größenordnung.
Im Handwerk betrugen die tariflichen Vergütungen für Elektronikerinnen und Elektroniker aller Fachrichtungen im Durchschnitt 979 Euro im ersten, 1.050 Euro im zweiten, 1.125 Euro im dritten und 1.201 Euro im vierten Ausbildungsjahr. Betriebe ohne Tarifbindung dürfen weniger zahlen, müssen aber die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung einhalten, die bei einem Ausbildungsbeginn im Jahr 2027 im ersten Jahr 764 Euro und im vierten Jahr 1.070 Euro brutto im Monat beträgt.
Weiterbildungen für Elektroniker
Nach der Ausbildung stehen Elektronikerinnen und Elektronikern zahlreiche Wege zur Weiterqualifizierung offen, die von Spezialisierungen in Bereichen wie Gebäudeautomation oder Elektromobilität bis zu anerkannten Aufstiegsfortbildungen reichen. Im Handwerk führt der klassische Weg zur Meisterprüfung im Elektrotechniker-Handwerk, die auch zur Gründung eines eigenen Betriebs berechtigt, während in der Industrie der Abschluss als Industriemeisterin oder Industriemeister der Fachrichtung Elektrotechnik verbreitet ist.
Eine weitere Möglichkeit ist die Weiterbildung zur staatlich geprüften Technikerin oder zum staatlich geprüften Techniker in der Fachrichtung Elektrotechnik, die sich in Vollzeit oder berufsbegleitend absolvieren lässt und wie die Meisterfortbildung über das Aufstiegs-BAföG gefördert werden kann. Wer die Hochschulreife besitzt oder sie im Laufe des Berufslebens erwirbt, kann außerdem Elektrotechnik studieren, und einige Unternehmen bieten diesen Weg von Beginn an als duales Studium an.
Elektronikerin werden
Die Suche nach einer Ausbildung zur Elektronikerin gehört ebenfalls zu den häufigsten Suchanfragen rund um den Beruf, und tatsächlich stehen alle Fachrichtungen jungen Frauen ebenso offen wie jungen Männern, denn es zählen technisches Interesse, Sorgfalt und Freude an der Arbeit mit Schaltungen und Anlagen. Ein Gespräch am Messestand bietet eine gute Gelegenheit, Ausbilderinnen und Ausbilder direkt nach ihren Erfahrungen mit weiblichen Auszubildenden zu fragen und sich einen eigenen Eindruck vom Arbeitsalltag zu verschaffen.
Elektronikerberufe auf marktplatz arbeit südbaden kennenlernen
Auf marktplatz arbeit südbaden, der Messe für Karriere, Studium, Aus- und Weiterbildung, bieten 13 Stände eine Ausbildung zur Elektronikerin oder zum Elektroniker in mindestens einer Fachrichtung an, darunter Betriebstechnik, Energie- und Gebäudetechnik, Geräte und Systeme sowie Automatisierungstechnik, und hinzu kommen Ausbildungen zum Industrieelektriker und zum IT-System-Elektroniker sowie mehrere Bachelorstudiengänge in der Elektrotechnik. Wer bereits an die Zeit nach der Ausbildung denkt, findet auf der Messe außerdem Angebote für die Weiterbildung zur staatlich geprüften Technikerin oder zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik.
Die Messe findet am Freitag, 13. November, von 14 bis 18 Uhr und am Samstag, 14. November, von 11 bis 16 Uhr in Halle 1 der Messe Freiburg statt, und der Eintritt ist nach einer kostenlosen Registrierung frei. Mit dem Besuchsplaner auf marktplatzarbeit.com können Sie vorab alle Betriebe auswählen, die Elektronikerinnen und Elektroniker ausbilden, und sich einen nach Standnummern sortierten Rundgang erstellen, um an einem Nachmittag mehrere Fachrichtungen und Arbeitgeber direkt miteinander zu vergleichen.
