
Ausbildung Freiburg 2026: Noch 425 Ausbildungsplätze frei
So finden Jugendliche in Südbaden ihren Ausbildungsplatz
Ausbildung 2027 in Südbaden: Zeitplan, Fristen und der beste Moment für die Bewerbung
Wer im Sommer 2027 eine Ausbildung beginnen möchte, sollte sich bereits in diesen Herbstwochen mit der Suche beschäftigen, denn viele Betriebe und Behörden haben ihre Plätze für das kommende Jahr längst ausgeschrieben, und bei einzelnen Arbeitgebern sind die ersten Bewerbungsfristen sogar schon abgelaufen. Hinzu kommt, dass sich der Ausbildungsmarkt in den vergangenen Monaten spürbar verändert hat, weil bundesweit weniger Ausbildungsstellen gemeldet wurden als im Vorjahr, während die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber leicht gestiegen ist.
Für Jugendliche in Freiburg und Südbaden stehen die Chancen auf einen Ausbildungsplatz trotzdem weiterhin gut, allerdings zahlt sich ein durchdachter Zeitplan heute stärker aus als noch vor wenigen Jahren. Dieser Überblick zeigt, wann Sie sich für eine Ausbildung 2027 bewerben sollten, mit welchen Fristen Sie rechnen müssen, was Auszubildende im kommenden Jahr mindestens verdienen und wie Sie Ausbildungsbetriebe persönlich kennenlernen können, bevor Sie Ihre erste Bewerbung abschicken.
Das Ausbildungsjahr 2027 beginnt schon jetzt
Die meisten dualen Ausbildungen starten am 1. August oder am 1. September, für die eigene Planung ist allerdings ein anderer Termin wichtiger. Die Bundesagentur für Arbeit zählt ihr Berichtsjahr zum Ausbildungsmarkt jeweils vom 1. Oktober bis zum 30. September des Folgejahres, sodass seit Anfang Oktober 2026 offiziell die Runde für den Ausbildungsstart 2027 läuft. In diesen Wochen melden die Betriebe ihre neuen Stellen, die Berufsberatung der Arbeitsagenturen nimmt Bewerberinnen und Bewerber für das kommende Jahr auf, und viele Unternehmen öffnen ihre Bewerbungsportale für den nächsten Jahrgang.
Wer in dieser frühen Phase mit der Suche beginnt, kann verschiedene Berufe in Ruhe miteinander vergleichen, ein Praktikum einplanen und die eigenen Bewerbungsunterlagen sorgfältig vorbereiten, anstatt im Frühjahr unter Zeitdruck auf die Angebote reagieren zu müssen, die dann noch übrig sind.
Weniger Ausbildungsstellen und etwas mehr Mitbewerber
Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit belegen diese Verschiebung recht deutlich, denn von Oktober 2025 bis Ende August 2026 wurden bundesweit 451.000 Ausbildungsstellen gemeldet und damit 32.000 weniger als ein Jahr zuvor, während die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber im selben Zeitraum leicht auf 433.000 anstieg. Zugleich waren Ende August noch 116.000 Stellen unbesetzt, was zeigt, dass die Auswahl zwar kleiner geworden ist, viele Betriebe aber nach wie vor keine passenden Auszubildenden finden.
Auch in Baden-Württemberg verläuft die Entwicklung ähnlich, denn nach den Zahlen der Regionaldirektion der Bundesagentur waren im August 2026 rund 64.500 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet und damit knapp zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Auf 100 dieser Stellen kamen 81 Bewerberinnen und Bewerber, und kurz vor dem Ausbildungsstart waren landesweit noch rund 17.500 Plätze frei. Für den Bezirk der Agentur für Arbeit Freiburg weist die letzte gemeinsame Jahresbilanz von Arbeitsagenturen und Kammern 94 Bewerbende auf 100 gemeldete Ausbildungsstellen aus, wobei das Handwerk bei den neuen Ausbildungsverträgen deutlich zulegen konnte, während in der Industrie wegen der schwachen Konjunktur weniger Verträge abgeschlossen wurden. Die aktuelle Bilanz für das gerade beendete Ausbildungsjahr stellen Arbeitsagenturen und Kammern üblicherweise im November vor, sodass sich ein Blick auf die neuen Zahlen vor dem Verschicken der Bewerbungen lohnt.
Für Ihre eigene Bewerbung lässt sich daraus ableiten, dass die Chancen in vielen Berufen weiterhin gut stehen, sich aber nicht mehr in allen Branchen gleich günstig entwickeln, und dass im Vorteil ist, wer bei Beruf und Betrieb offen bleibt und frühzeitig Kontakt aufnimmt.
Bewerbungsfristen bei Behörden und Betrieben
Einen einheitlichen Bewerbungsschluss für alle Ausbildungsberufe gibt es nicht, weil die Fristen stark davon abhängen, bei welchem Arbeitgeber Sie sich bewerben. Behörden und große Unternehmen wählen ihre Nachwuchskräfte häufig schon fast ein Jahr vor dem Ausbildungsstart aus, sodass auch ihre Bewerbungsfristen entsprechend früh liegen. Wie früh das sein kann, zeigt ein Beispiel aus der Region, denn für die Ausbildung im mittleren Zolldienst mit Beginn am 1. September 2027 lief die Bewerbungsfrist beim Hauptzollamt Lörrach bereits bis zum 15. Oktober 2026. Wer sich für einen Beruf im öffentlichen Dienst interessiert, sollte die Termine der jeweiligen Behörde deshalb möglichst früh prüfen.
Viele mittelständische Betriebe, Handwerksbetriebe und Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen besetzen ihre Ausbildungsplätze dagegen über einen längeren Zeitraum, und dass kurz vor Ausbildungsbeginn noch Zehntausende Stellen frei sind, zeigt, wie viel sich auch spät noch ergeben kann. Darauf zu bauen, wäre trotzdem keine gute Strategie, weil die begehrtesten Plätze meist früh vergeben werden und eine Bewerbung im Herbst genug Zeit für ein Praktikum oder einen Probetag lässt, der beiden Seiten die Entscheidung erleichtert.
Die Ausbildungsvergütung steigt 2027 auf mindestens 764 Euro
Wer 2027 eine Ausbildung beginnt, erhält im ersten Ausbildungsjahr mindestens 764 Euro brutto im Monat, denn so hoch ist die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung, die am 7. Oktober 2026 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde. Sie liegt rund 5,6 Prozent über dem Wert für 2026 von 724 Euro und steigt mit jedem Ausbildungsjahr weiter an, auf 902 Euro im zweiten, 1.031 Euro im dritten und 1.070 Euro im vierten Jahr. Diese Untergrenze gilt für alle Ausbildungen nach Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2027 beginnen.
Für die meisten Auszubildenden ist dieser Betrag allerdings nicht die eigentliche Messlatte, da nach Auswertungen des Bundesinstituts für Berufsbildung nur bei drei bis vier Prozent der neuen Ausbildungsverträge genau die Mindestvergütung vereinbart wird und der weitaus größte Teil der Auszubildenden deutlich mehr erhält. Im Gespräch mit einem Betrieb lohnt es sich deshalb, nach der tatsächlichen Vergütung und nach möglichen Zusatzleistungen zu fragen.
In welchen Berufen besonders viele Ausbildungsplätze warten
Welche Berufe in der Region gerade besonders gefragt sind, lässt sich auch am Angebot der Arbeitgeber ablesen, die sich auf marktplatz arbeit südbaden präsentieren. Im Bildungsnavigator der Messe, der die Ausbildungs- und Studienangebote der Aussteller zusammenfasst, tauchen einige Berufe auffallend häufig auf, denn eine Ausbildung zur Pflegefachkraft bieten 13 Messestände an, ebenso viele die Ausbildung zur Industriekauffrau oder zum Industriekaufmann, und auch Elektronikerinnen und Elektroniker werden in verschiedenen Fachrichtungen an 13 Ständen ausgebildet. Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker sowie Kauffrauen und Kaufleute für Büromanagement finden jeweils an 12 Ständen einen Ausbildungsbetrieb, und auch die Fachkraft für Lagerlogistik ist auf der Messe stark vertreten.
Insgesamt präsentieren die Aussteller mehr als 1.100 Aus- und Weiterbildungsangebote, darunter weit über 100 verschiedene Ausbildungsberufe vom Handwerk über Technik und Gesundheitswesen bis zur Verwaltung. Hinzu kommen Behörden wie Polizei, Bundespolizei, Zoll und Bundeswehr, die neben der klassischen Ausbildung auch duale Studiengänge anbieten und im Mittelpunkt des diesjährigen Messeschwerpunkts „Berufe in Uniform“ stehen, den marktplatz arbeit südbaden gemeinsam mit dem Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit gestaltet. Wer sich noch nicht auf einen Beruf festgelegt hat, findet hier eine gute Grundlage, um die eigenen Interessen mit dem tatsächlichen Bedarf in der Region abzugleichen.
Persönlich überzeugen auf marktplatz arbeit südbaden am 13. und 14. November
Eine Stellenanzeige verrät zwar, welcher Schulabschluss erwartet wird, doch ob Sie sich in einem Betrieb wohlfühlen werden und wie dort miteinander umgegangen wird, erfahren Sie am ehesten im persönlichen Gespräch. Genau diese Gespräche ermöglicht marktplatz arbeit südbaden, die Messe für Karriere, Studium, Aus- und Weiterbildung, die 2026 zum 22. Mal stattfindet, und zwar am Freitag, 13. November, von 14 bis 18 Uhr und am Samstag, 14. November, von 11 bis 16 Uhr in Halle 1 der Messe Freiburg. Rund 90 Aussteller aus Industrie, Handwerk, Handel, Gesundheitswesen, öffentlichem Dienst und Bildung stellen dort ihre Ausbildungsplätze, dualen Studiengänge und Praktika vor, und der Eintritt ist nach einer kostenlosen Registrierung frei.
Für alle, die 2027 in eine Ausbildung starten wollen, liegt der Messetermin günstig, weil er mitten in die Phase fällt, in der die Betriebe ihre Plätze vergeben. Ein Gespräch am Messestand ersetzt zwar keine Bewerbung, sorgt aber dafür, dass sich die Ausbilderin oder der Ausbilder später an ein Gesicht erinnert und nicht nur einen weiteren Namen im Posteingang vor sich hat.
Im Karriere-Service-Center der Messe können Sie außerdem Ihre Bewerbungsunterlagen kostenlos prüfen und ein Bewerbungsfoto aufnehmen lassen sowie sich zu finanziellen Fördermöglichkeiten beraten lassen, während im Messeforum an beiden Tagen Vorträge, unter anderem von Polizei, Bundespolizei, Zoll und Bundeswehr, sowie Live-Trainings für eine authentische Bewerbung stattfinden. Da viele Jugendliche gemeinsam mit ihren Eltern kommen, ist die Messe ausdrücklich auch für Familien gedacht, die die Berufswahl zusammen angehen möchten.
Was Sie bis zur Messe tun können
Die Wochen bis zur Messe lassen sich gut nutzen, um sich einen Überblick zu verschaffen, indem Sie zwei oder drei Berufsfelder notieren, die Sie interessieren, und für jedes davon prüfen, ob bereits in den kommenden Wochen Bewerbungsfristen enden, was bei Behörden und großen Unternehmen besonders wahrscheinlich ist. Anschließend lohnt sich ein Blick in das Ausstellerverzeichnis auf marktplatzarbeit.com, wo Sie die Betriebe auswählen können, mit denen Sie sprechen möchten, und sich mit dem Besuchsplaner einen nach Standnummern sortierten Laufplan für Ihren Rundgang erstellen.
Für jedes Gespräch sollten Sie sich zwei oder drei Fragen überlegen, etwa zur Ausbildungsvergütung, zu Praktikumsmöglichkeiten oder zur Übernahme nach der Prüfung, und einen aktuellen Lebenslauf mitbringen. Wer im November mit klaren Vorstellungen an einen Messestand kommt, hat gute Aussichten, im Frühjahr nicht mehr nach einem Ausbildungsplatz suchen zu müssen.
